Chronik der bisherigen Theatermusiken

Rolla hat bisher gut achtzig Theaterstücke mit Musik versorgt. (Freilich in unterschiedlichem Umfang; von einzelnen Songarrangements bis zur umfangreichen musiktheaterartigen Performance auf der Bühne - und meistens etwas dazwischen.) Grösstenteils war er dabei zwischen Napf, Brünig, Rigi und Mutschellen tätig, reiste aber gelegentlich auch ins Flachland. - In Rollas Arbeiten wird oft gesungen, manchmal leise und traurig, meistens aber laut und traurig. Auch Instrumente liebt er sehr.

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Rolla hat u.a. gerabeitet mit: Reto Ambauen, Walter Sigi Arnold, Ueli Blum, Dodó Deér, Annina Dullin-Witschi, Ursula Hildebrand, Marcel Felder, Rafael Iten, Simon Ledermann, Daniela Lütenegger, Hannes Leo Meier, Adi Meyer, Mirjam Neidhart, Klaus Henner Russius, Katharina Schneebeli, Bernadette Schürmann, Sophie Stierle, Thomy Truttmann.

Rolla hat u.a. gearbeitet für: Luzerner Theater, luki*ju theater luzern; Theatergesellschaften Willisau, Malters, Ruswil & Stans; Kellertheater Bremgarten, Szene Freiamt, Spielleute Zug; Märlibiini Stans, Märchentheater Obwalden, Theaterclub der PHZ Luzern.

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AUFLISTUNG:

ANMERKUNG: Die Arbeiten sind durchnummeriert; dabei stehen die Nummern der kleineren Theatermusiken in Klammer. "Kleiner" bedeutet allerdings nicht, dass die Produktion weniger Geltung hätte - lediglich hielt sich Rollas kompositorischer Aufwand in Grenzen, weil es entweder um eine einzelne Komposition oder Arrangements bereits bestehender Songs ging. (Dies einfach der Transparenz halber.) /// Ein (*) Sternchen heisst, dass Rolla live musizierte, während zwei (**) Sternchen bedeuten, dass er dazu auch eine Sprechrolle hatte.

(81) Theater Mimito Luzern: Fleisch. Ein Melodarm. (2017)**
Details folgen; Regie: Ursula Hildebrand.

(80) p-Act Luzern: Anton baut eine Brücke. (2017)*
Details folgen; Regie: Nicole Lechmann/Judith Michel.

79 Theater der Stiftung Brändi: Der Ring. (2017)*
Details folgen; Regie: Raschid Kayrooz.

(78) Comiclesung: Who's Johnny Cash? (2017)
Details folgen; Regie: Gisela Nyfeler.

(77) Tanzschule Kreutzberg Bern: König Drosselbart (2017)*
Details folgen; Regie: Annina Dullin.

76 TC PH Luzern: La Suisse existe (säge d'Lüüt). (2017)*
Details folgen; Regie: Reto Ambauen.

(75) Zuger Spielliit: Liebeszeiten. (2017)
Details folgen; Regie: Rafael Iten.

(74) Theater Perlen: Die Frauen von Killing. (2017)
Details folgen; Regie: Daniela Lütenegger.

(73) Theater Einhorn Dübendorf: Familiengeschäfte. (2017)
Details folgen; Regie: Katharina Schneebeli.

72 Kellertheater Bremgarten: Fiire. (2017)*
Details folgen; Regie: Dodó Deér.

71 Theater Nawal Luzern: Das Fest. (2017)**
Deatils folgen, Regie: Reto Ambauen.

70 Theater-Compagnie der Kanti Willisau: Der Club der toten Dichter. (2016)*
Details folgen, Regie: Erich Slamanig.

(69) Aemtler Bühne: Yvonne, die Burgunderprinzessin. (2016)
Details folgen, Regie: Nico Jacomet.

(68) Stierle/Clavadetscher: Später. Früher. Meister. (2016)
Details folgen, Regie: Sophie Stierle.

(67) Theater Realschule Hochdorf: Der eingebildete Kranke. (2016)*
Details folgen, Regie: Monika Moor-Büchel und Wolfgang Zürcher.

66 Theaterclub PH Luzern: Weg ins Glück. (2016)*
Details folgen, Regie: Reto Ambauen.

(65) Theater Einhorn Dübendorf: Kalender Girls. (2016)
Details folgen, Regie: Rafael Iten.

(64) Theater Stans: Tschingge. (2016)*
Details folgen, Regie: Dodó Deér.

63 Theater Nawal: Der Elefantenmensch. (2016)**
Details folgen, Regie: Reto Ambauen.

62 Märlitheater Obwalden: Der Teufel mit den drei goldenen Haaren (2015)**
Details folgen. Regie: Erich Slamanig & Tina Frank-Tobler

61 Theater Sarnen: Dr Bärg. (2015)*
Details folgen. Regie: Hannes Leo Meier.

60 Kloster St. Klara Stans: Gott ist ein Anderer. (2015)
Details folgen. Regie: Ursula Hildebrand.

59 Johanneschor Kriens: Ich bin Johannes. (2015)**
Details folgen. Regie: Christov Rolla

58 TG Willisau: Parzival (2015)
Details folgen. Regie: Reto Ambauen

57 TC PH Luzern: Shakespirit (2015)**
Details folgen. Regie: Reto Ambauen

(56) Theater Nawal: Ein Mann, zwei Chefs (2015) **
Details folgen. Songs von Grant Olding. Regie: Reto Ambauen.

55 Zuger Spiillüüt: Vrenelis Gärtli (2015)
Details folgen. Regie: Rafael Iten.

54 Märlitheater Obwalden: Der gestiefelte Kater (2014) **
Details folgen. Regie: Erich Slamanig und Tina Frank-Tobler.

(53) Ad-hoc-Ensemble: Ech go ned is Heim - ech go hei (2014) *
Details folgen. Regie: Reto Ambauen

(52) Theatergesellschaft Villmergen: Die Frauen von Killing (2014)
Details folgen. Regie: Gabi Regli-Notter.

51 Luzerner Spielleute: Spelterini hebt ab (2014) *
Details folgen. Regie: Reto Ambauen

(50) Stagerunners Luzern: Wer hed Angscht vor....? (2014)
Details folgen. Regie: Monika Moor-Büchel und Irene Wespi.

49 Theaterclub der PH Luzern: Mama '14 (2014) *
Details folgen. Regie: Reto Ambauen.

48 Theater Stans: Molière (2014) **
Roadmovie, Politthriller und Biorama in einem: Ein grossangelegtes Stück über das Leben des Schauspielers, Theaterautoren und Regisseurs Molière, mit Schlaglichtern in die frühe Zeit als Tingeltangeltheatermann in der Provinz, in die grosse Zeit am Hofe des Sonnenkönigs, die kollegiale Feindschaft mit Hof- und Bühnenmusiker Lully (dargestellt von Rolla als Traum in Rosa) und das erbärmliche Sterben auf der Bühne. Die Musik dazu (teils original von Lully, teils nacherfunden von Rolla) bewegt sich zwischen slapstickhaftem Klimperpiano, elegant spinetternem Hohner-Clavinet, prächtigen orchestralen Einspielungen, einem gross-trunkenen Schlusschor und einem dämonischen Totentanz für E-Gitarre, zwei Klaviere und fünf nur leicht aufeinander abgestimmte Blockflöten. Regie: Ueli Blum.

47 Kellertheater Bremgarten: Typhoid Mary (2014)
New York zur Mitte des 19. Jahrhunderts: Eine Bündner Immigrantin arbeitet als Köchin bei den Begüterten und Vornehmen und überträgt dabei in aller Gründlichkeit, ohne es zunächst zu wissen oder selbst daran zu erkranken, die seltsame und sehr tödliche Krankheit Typhus. Und nachdem es sie es endlich weiss, kann sie vom Kochen die Finger doch nicht lassen. Zum schauerlich-grotesken Schauspiel, in dem niemand normal melodische Sätze sagt und keiner eine gesunde Körperhaltung hat, erklingen sarkastische Chorgesänge (auf Texte von Ledermann, Rolla und Bakunin) sowie verspielt-morbide, halb unterhaltsame, halb wehmütige, halb bünderisch, halb irisch-amerikanische geprägte instrumentale Weisen (ss, tb, p, g), die Titel tragen wie "Spornberg extended" oder "An american gerstensoup waltz". Regie: Simon Ledermann.

(46) Theater Nawal: Der Krieg hat kein weibliches Gesicht (2014) *
Aus den Gesprächen, welche die weissrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch mit Soldatinnen des zweiten Weltkrieges führte, entstand unter Collagierung mit Szenen aus Shakespeares "Henry V" ein zuweilen heiterer (Shakespeare), vor allem aber ernster, nachdenklicher Theaterabend. Dabei erklangen von Rolla bearbeitete mittelenglische Folksongs für Frauenchor, russische Kriegs- und tschechische Wiegenlieder, ein altenglischer Weihnachtschoral und das "Lied ohne Worte über einen schönen Morgen im Krieg" für Harfe. Regie: Reto Ambauen.

45 Märlitheater Obwalden: Die Schöne und das Biest (2013) *
Für diese Fassung von Ueli Blum, die sich nicht am berühmten Disney-Film, sondern an der Urversion (dem französischen Märchen) orientierte und vor allem die poetischen und psychologischen Coming-of-Age-Momente betonte (Regie: Bernadette Schürmann; Bühnenbild: Claudia Tolusso) schrieb Rolla einige rüpelhaft-verzweifelte (Biest), wagemutig-seemännische (Matrosen) und versonnen-halbschlüpfrige (Schöne) Lieder, vor allem aber atmopshärische Musik für ein halbverstimmtes Spelunkenklavier - vom spätromantischen Rosengarten bis zu den slapstickartigen Einlagen der Hofdiener.

44 Märli-Biini Stans: Der Zauberer von Oz (2013)
Nach dem amerikanischen Kinderbuchklassiker, in einer Fassung von Rafael Iten und Klaus Frick. Neben vier oder fünf diskreten Verwurstungen des Klassikers "Somewhere Over The Rainbow" (zu welchem man sich ja, Zitat diverser Theaterschaffender, "irgendwie verhalten muss") erklingen von Rolla getextete und vertonte schwerblütige Arbeitslieder ("Schaffe wäg de Affe"), Lob-der-Wanderschaft-Lieder ("Los zom gross-kurios-gloriose Ma vo Oz"), Hexenbefreiungstrios ("D'Häx isch tot! D'Häx isch tot! D'Häx isch tot!"), Hexenzerstörungsphantasien ("Schnätzle, schlitze, verhacke"), Lieder zum Berufsethos von Schlosswächtern ("s'mächtig Tor") und natürlich ein fettes Finale ("Jedä Mänsch het dänk sis eigetä Dihäi"). Regie: Rafael Iten.

(43) Theaterclub der PH Luzern: Unterwegs mit Franz Hohler (2013) *
Aus dem unschätzbar breiten (und tiefen) Oeuvre des Franz Hohlers flogen uns versponnene Gedichte, absurde Kindergeschichten, giftige Parabeln, heitere Dialoge und finstere Bilder zu und verknüpften sich zu einem leichtfüssigen Theaterabend. Neben dem Original-Chorstück "Doing Doing (6 m Musik)" erklangen zu Klavier-, Akkordeon-, Saxofon-, Trompeten-, Klarinetten- und Querflötenbegleitung auch Chor-Bearbeitungen von Hohlerschen Liedklassikern (u.a. "Sit ruehig" und "d'Mehrheit"). Zitat Hohler: "Ich habe nicht gewusst, dass die schweigende Mehrheit ein derart unheimlicher Chor sein kann." Regie: Reto Ambauen.

Bilder: Claudio Minutella

(42) Theater Aeternam: Das Matterhorn ist schön (2013)
Collage des Textes von Beat Sterchi mit dem «Alpabzug» von Antoine Jaccoud. Am Ende erklingt ein zart fünfstimmiges Arrangement von "Luegid, vo Bärg und Tal", welches Rolla verfertigt hat. Regie: Walter Sigi Arnold.

41 Theater Nawal: Das Ende des Regens (2013) **
Episches Theaterstück von Andrew Bovell. Vier Generationen. Zwei Kontinente. Fische, die vom Himmel fallen. Und end-, end-, endloser Regen. Musik, die aus zwei Tönen und drei Akkorden besteht. Sehnsucht vom Harmonium. Dreierlei von der Gitarre. Fischsuppe im tiefen Bass. Und nicht das kleinste Lied. Regie: Reto Ambauen.

40 Zuger Spielleute: Der letzte Henker (2013)
1939: Der Mörder Paul Irniger wurde zum Tod durch das Fallbeil verurteilt - und das Amt des Kopfabschlagers öffentlich ausgeschrieben. Und 186 Männer bewarben sich. Was ging in ihnen vor? Aus den Bewerbungsgesprächsprotokollen destillierten Peter-Jakob Kelting und Elias Perrig einen Theaterabend, der nun auch am Ort des Geschehens - in Zug - inszeniert wurde. Die Musik dazu ist a capella vom Ensemble gesungen: Die Henkerkandidaten singen die Henkerhymne, die Damen von der Henkerbeschaffungskommission stimmen zum "Heil dir Helvetia" ein, es gibt ein maghrebinisches Pastiche für den Fremdenlegionär, während der kaltblütige Pianist eine Bearbeitung der "Gavotte" aus Griegs "Aus Holbergs Zeit" erhält - welche während seiner Köpfvision zur totenmarschartigen "Schafott-Gavotte" wird. Regie: Rafael Iten.

39 Luzerner Theater: Di chli Häx (2012/13)
Der Kinderbuchklassiker von Otfried Preussler in einer Innerschweizer Fassung von Martina Clavadetscher mit Liedern von Rolla. Die kleine Hexe (Martina Binz) durchstreift mit ihrem hypochondrischen Raben (Matthias Britschgi - gewissermassen als Dreamteam der Schnusigkeit) menschliche Gegenden und Widernisse, um sich am Schluss der strengen Hexenmaturaprüfung unter Leitung der leicht tattrigen Oberhexe (Peter Zumstein) und der schwer missgünstigen Mume Rumpumpel (Prisca Anderhub) zu stellen. Natürlich besteht sie mit Bravour - jetzt kann man's ja verraten. Nebst Kindern, Nebenhexen, Fischverkäufern, Luftballonmännern, Gemüsedamen und Blumenmädchen stehen auch vier Musikanten auf der Bühne, welche Lieder, Schützenmärsche, Kilibimusiken und "Popcorn" als Polka zum Besten geben: Walter Schorro (Akkordeon), Martina Bannwart/Lea Roos (Klarinette), Katharina Plesko (Viola) und Walter Buob (Tuba). Regie: Annina Dullin-Witschi.

38 Märlitheater Obwalden: Die verzauberten Brüder (2012) **
Nach dem Stück von Jewgeni Schwarz. Ein wild-waldiges, dramatisch-tröstliches und leis-lustiges Märche, darin: Hexe (übersteuert), Mutter (gütig und fleissig), Sohn (Held), Sohn (Held), Tochter (Heldin), Hund (wachsam), Katze (schön), Bär (stark) und acht Hühnerbeine bzw. acht Mäuse bzw. vier schwarzen Gestalten. Alle singen und/oder tanzen. Im Baum untergebracht: 1 Marimbaphon (Simon Kathriner) und 1 Posaune (Jan Durrer). Am Bär angebracht: 1 Gitarre (Christov Rolla). Regie: Marcel Felder.

37 Theatergesellschaft Willisau: Der Selbstmörder (2012)
Tragische Komödie von Nikolai Robertowitsch Erdmann. Von einem Mann geht plötzlich das Gerücht, er wolle sich das Leben nehmen. In der Folge kreuzen allerlei Menschen bei ihm auf und fordern ihn auf, seinen Freitod einer - ihrer - Sache zu widmen. Die Musik dazu bewegt sich zwischen verlorenen Seufzern und wankelmütiger Tanzmusik, geistlichen Gesängen und feurigen Trinkliedern. Es musizieren: Lea Roos (Klarinette), Alexandra Studer (Viola), Vera Luterbach (Gitarre) und Manuel Mahler (Klavier und Akkordeon). Regie: Ueli Blum.

36 Szene Freiamt: Mit Chrüüz und Fahne (2012)
Vier Freiämter Theatergesellschaften (Bremgarten, Muri, Villmergen & Wohlen) schliessen sich zusammen, um des zweiten Villmerger Krieges von 1712 - dem letzten innereidgenöisschen Konfessionskrieg - zu gedenken. Das Stück von Paul Steinmann beleuchtet im ersten Teil die historischen Hintergründe und transferiert im zweiten Teil das Thema in die Gegenwart. Die Musik bietet ein Panoptikum der Kriegs-Klänge: Nebst elektronischen Kompositionen (von Markus Kühne) erklingen unterwanderte Weisen von den zwöi Lieben im Aargäu, biblische Trostgesänge, martialische Kampfparolen, schmerzensreiche Klagelieder und nicht zuletzt alte Kampfgassenhauer im vermeintlich harmlosen Tanzmusikgewand, dargeboten von einem neunköpfigen Bläserensemble. Regie: Adi Meyer.

35 TC PHZ Luzern: Durchschnittsmensch Schmidt (2012) *
Ein Panoptikum des Klaviergeklimpers und die drei grossen Lieder der Anna Schmidt: Das trotzig-tröstliche Frau Schmidt imaganiert ihr Ableben, das halbwehmütige Lied von der Lebensmitte und schliesslich das durchschnittlichste Liebeslied aller Zeiten, welches Baby Härz Baby heisst und dessen Text ausschliesslich aus den meistverwendeten Wörtern der fünfzig meistverkauften Liebesliedern der Neuzeit besteht. Regie: Reto Ambauen (erster Teil) und Marcel Felder (zweiter Teil).

34 Nawal: Eine Odyssee (2012) **
Rolla bastelt aus Hexamtern eine Ode an Odysseus, eine Nacherzählung der Schlacht um Troja und den waidwunden Soul-Gesang des entäugten Polyphem, klimpert flösserne Motive zur endlosen Heimkehr des Titelhelden und gibt zum Schluss den profilneurotisch-agressiven Poseidon. Regie: Reto Ambauen.

(33) Theater Dietlikon: Adel, Gift & Dynamit (2012)
Zur Kriminalkomödie von Oscar Wild wird gesungen: Zartes wie Rabiates, Chorisches wie Solistisches, und dazwischen ertönen Varianten des Schumannschen Hochzeitstanzes, mehr und mehr zerstückelt. Regie: Rafael Iten.

32 Integral: Es sei strengstens untersagt, auf dem Friedhof zu kegeln (2011) *
Halbtheatrales Konzert in drei Teilen: "Vorahnungen", "Der Tod ist da - wie ist er so?" und "So long, lebwohl und tschüss: So heisst es Abschied g'nommen". Neue Musik von Rolla auf Memento-Mori-Texte, Vergänglichkeitsgedichte und Grabinschriften quer durch die Jahrhunderte. Es luden zum Totentanze: Integral (Chor der Vonunsgegangenen), Max Christian Graeff (Sprecher) und Rolla (Harmonium, Leitung). Dramaturgie: Rolla & Graeff.

31 Märli-Biini Stans: s Rumpelstilzli (2011)
Zur Akkordeon-Begleitung des Dorfmusikanten (HP Heller) singen Dorf und Hofstaat Chorstücke zu allen Gelegenheiten: Beerdigungen, Labsale, Hochzeit, Krönungsfeierlichkeiten, noch mehr Labsale und irgendwann das grosse Schlusslied. Dazwischen werkeln die kleinen Stilzli mit Saublatern, Schwingbesen, Waschbrett und allerlei anderem Gerät so geschäftig herum, dass ein veritabler Groove entsteht, während sich der Oberstilz zu eigenartigen Spickgeräuschen von einem Katapult durch den Bühnenboden schleudern lässt. Hinzu kommen eingespielte Umbaumusiken in vier Varianten (traurig, fröhlich, schlösslich und stilzfinster), eingespielt von Harmonium, Blockflöte, Banjo und Gitarre - fertig ist die Musik zum grossangelegten Märchenspektakel. Regie: Rafael Iten.

(30) Ad-hoc-Ensemble: Schlachtfeier Sempach (2011)
Auftragskomposition eines "Freifrauenliedes". Regie: Ursula Hildebrand.

29 Bühne Amt Entlebuch: Vrenelis Gärtli (2011) **
Leis-schiefer Ländler auf dem Harmonium. Der Bersiäneli-Walzer, ebenso schief. Das Wässerwasserstückli. Das bös' Volkslied "Uf dr Alp ob Brig". Der Glarner Tischtätsch-Blues "Kä Glarner uf Fessis". Und der finstere Kampfjodel vom Tödi. Dann der wilde Hexergalopp von der E-Gitarre. Das wehmütige Blüemlibislen in A-Dur. Und als spätes Herzstück: Die Ballade vom erfrierenden Vreneli und der zum Melk davongefüchsleten Seel. Stück von Jonas Knecht und Anita Augustin nach Tim Krohn. Regie: Reto Ambauen.

28 TC PHZ Luzern: Metamorphosen (2011)
Als Vignetten eingestreute, klavierbegleitete Chorgesänge - teils nach dem lateinischen Original-Ovid, teils nach der Voss'schen Übersetzung von 1798, so oder so aber dem kantenreich fliessenden Hexameter entlang. Zuweilen exaltiert-überzeichnet (Phaetons Grabspruch, Euridkes Hochzeitstanz), meistens aber melancholisch-elegisch dräuend. Stück von Mary Zimmerman, in der Übersetzung von Simon Ledermann. Regie: Reto Ambauen.

27 Theatergesellschaft Stans: Schattmatt (2011)
Zur herben Justiz-, Gesellschafts- und Seelentragödie von Carl Albert Loosli (in einer Fassung von Simon Ledermann) erklingen halblüpfige Lieder, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Unteremmental womöglich gesungen worden wären - hätte es sie denn damals schon gegeben: Es sind Mundartgedichte von Loosli, von Rolla als Pastiches vertont, vom Erzählerchor vierstimmig dargeboten. Regie: Hannes Leo Meier.

(26) Kellertheater Bremgarten: Der gute Doktor (2011)
Vertonung eines Liebeslied-Duetts nach einer Vorlage von Tschechow. Regie: Klaus Henner Russius.

25 RollaPfyl: Radio Sputnik (2010) **
Stevie (Rolla) wäre gern ein Künstler. Daher arbeitet er nächtelang an einem hübschen Klavierstücklein, ohne einen brauchbaren B-Teil zu finden, und träumt sich in der Zwischenzeit auf die grossen Bühnen dieser Welt, wo er abgehalfterte Las-Vegas-Crooner, kettenrauchende Chansonniers und wütende Liedermacher nachahmt - begleitet vom tschechisch-mexikanischen Akkordeonisten Pepe (Roger Pfyl). Regie: Simon Ledermann.

24 Cirque de Loin / Zirkus Chnopf: Bisou (2010)
Gesangsarrangements und chorische Betreuung für einen wildlieben Haufen. Regie: Christoph Moerikofer.

(23) Kellertheater Bremgarten: En Held (2010)
Arrangements und Einstudierung von Volksliedern; Regie: Urs Häusermann.

22 Luzerner Theater: Igraine Ohnefurcht (2009) **
Zaubertrankbrau- und Schwertkampfmusik zwischen Bartok und Broadway für fünf Kinder (acc, vl, vcl, perc, p) und Rolla (p). Regie: Annina Witschi.

21 TG Malters: Die Ballade von Garuma (2009)*
Musik zwischen Afro-Beat und holländischem Chanson - für zwei Tenorsaxofone (Marc Moscatelli und Georges Müller), Schlagzeug (Jul Dillier), Erzählerin (Susi Meier Richli), Ensemble-Chor und E-Gitarre (Rolla). Regie: Reto Ambauen.

(20) Ad-hoc-Ensemble: Annas Erbe (2009)
Ein neues Rosenkranz-Avemaria für Schauspielensemble à vier Stimmen, in verschiedenen Variationen. Regie: Thomas Bischofberger.

19 bühni wyfelde: Liebeszeiten (2009)
Zehn Liebeslieder quer durch das Jahrhundert als Chorstücke für Schauspielensemble und Akkordeon. Regie: Rafael Iten.

18 Brauichessu Hochdorf: Wilder Sommer / A Beggar's Opera (2009) *
Zehn zeitgenössische A-Cappella-Chorstücke: Einige unflätige Urtexte von John Gay hat Rolla übersetzt, vertont und arrangiert, Integral hat's gesungen, Helga Schwegler inszeniert.

17 TC PHZ Luzern: Farewell Hermes Baby (2009) **
Musik von den allerletzten Dingen. Der fiktive Countryschlager "Ich ginge gern nach Genua", eine erfundene zwölftönige Fuge, das Gesamtwerk eines klassischen Kleinmeisters (vier platonische Takte), zwei Gitarrenriffs, ein Guggisbergerlied in gerechter Sprache. Daneben neue Töne zu alten Texten von Gryphius und Claudius (als Choral, der zu einer Mardi-Gras-Hymne ausartet), eine Eselsbrückenkanon und ein Schuss Udo Jürgens. Mit Eva Zihlmann (Geige), Nik Mäder (Bassklarinette), Urs Müller (Gitarre) und Rolla (Harmonium, Kontrabass). Regie: Reto Ambauen.

16 luki*ju theater luzern: Platz da! (2009) **
Ein Strassenmusiker (Rolla) hat Fernweh, aber Reisepanik. Entsprechend sind seine Lieder. Daneben viele kleine Songzitate, seltsame Forschungsklänge (mittels Kaffeelöffel und Wahwah-Pedal) sowie hektisch-groovende Motivmusik zu allen Tageszeiten. Regie: Sophie Stierle.

(15) Kellertheater Bremgarten: Figaro lässt sich scheiden (2009)
Nur ein Lied, dafür prallen darin gleich zwei Mozart-Arien im 1920er-Cabaret-Stil auf einen süsslichen Schlagertext aus Horvaths Feder. Regie: Klaus Henner Russius.

14 luki*ju theater luzern: Gretchens Faust (2008) **
Mephisto (Rolla) spielt Gitarre und verführt zu bösen, lüsternen, magischen Gesängen: Goethes Zuneigung als hypnotischer Mundart-Talking-Blues, der Tratsch am Brunnen zu einem hämisch beissenden Akkordeon-Zwei-Ton-Motiv, die Hexenküche als Heavy-Metal-Walzer. Und dann natürlich: Schuberts "Gretchen am Spinnrade" auf dem Xylophon. Regie: Mirjam Neidhart.

(13) Verein Tropfstei Ruswil: Der letzte Henker (2008)
Zwei Gesangsarrangements - der alte Schweizerpsalm und das entzückend ambivalente "Es lebt in jeder Schweizerbrust ein unnennbares Sehnen". Regie: Reto Ambauen.

12 Jugendtheater Willisau: Mary Zimmerman's Metamorphosen (2008)
Altgriechische Modi treffen auf karge Gitarrenmelodien über pulsierendem Schlagzeug, und dazu beklagt eine Militärbegräbnistrompete ihr einsames Los. Vera Luterbach (g), Christof Mahnig (tp/b) und Dominik Mahnig (dr). Regie: Simon Ledermann.

11 TC PHZ Luzern: Füsse vom Tisch! (2008) *
Irgendwie verschieben sich die Bedeutungsebenen, wenn Tucholskys Gedicht "Mutterns Hände" plötzlich wie eine feuerzeugheischende Grossballade gesungen wird. Wenn seine "Igel in der Abendstunde" zu einem Studentenverbindungslied mutieren. Und wenn schliesslich "Sie zu ihm" ganz unironisch als berührender Blues dargebracht wird. Viel Gesang also, dazu hauptsächlich Klavier oder Wanderklampfe. Regie: Reto Ambauen.

(10) Kellertheater Bremgarten: En Summernachtstraum (2008)
Vier eigenartige Vögel singen unvermittelt vier A-Capella-Gesänge. Einer von ihnen hat ein Hackbrett unter dem Arm, darauf wird dann Mendelssohns sommernächtlicher Hochzeitsmarsch gespielt. Und irgendwann heulen alle gemeinsam Tom Waits' "Innocent when you dream", das denn auch - als Spieldosenmotiv - das Stück beendet. Regie: Urs Häusermann.

9 TG Willisau: Hä? oder die Kunst zu fragen (2007) **
Musik: Die Erforschung des Innenlebens eines Klaviers (Rolla), ein Tangoländler für zwei Bläser (Georges Müller und Gregor Kaufmann) und eine furienhafte Ferrarihasserin (Susi Meier-Richli). Dazwischen leicht rhythmisierte Büromaschinengeräusche (Hellraumprojektoren, Schreibmaschinen, Plastikschubladen, Aktengeraschel), und zum Schluss ein never ending Quodlibet zu den beiden existenziellen Fragen "How does it feel to be a rolling stone?" und "het mi nid Gott i dr Huet?" ("Luegit vo Bärg und Tal). Regie: Simon Ledermann.

8 TC PHZ Luzern: Rosa - ein Prinzessinnendrama (2007) *
Die Kammer- und Kummerband (Eva Heller singt, Rolla spielt Gitarre und Spinett) spielt in rabiatem Englisch Songs, die irgendwo zwischen altem englischcen Folk und archaischem Garagen-Rock'n'Roll sich entspinnen. Und dazwischen wird auf dem Spinett Boogiewoogie gespielt. Regie: Reto Ambauen.

7 TC PHZ Luzern: Zusammenstoss (2006) *
Aus dem Opernfragment von Kurt Schwitters heraus entstehen natürlich haufenweise Arien, Rezitative, Trios und Chöre - allerdings in einer eigenartigen Mischform aus rumpeligen 20er-Jahre-Schlagern und altmodisch anmutender Science-Fiction-Musik von Elektropiano (Rolla) und effektgerätmässig verfremdeter Harfe (Mira Heller). Regie: Reto Ambauen.

6 TC PHZ Luzern: Ich esse nur Fleisch und Gemüse (2005) *
Vielerlei Solo- und Chorlieder zu Charms-Texten, nebst Instrumentalmusik für Harmonium, Klarinette, Kontrabass und drei Blockflöten. Regie: Reto Ambauen.

5 Jugendtheater Willisau: Romeo und Julia - eine Westside Story (2005) **
Musik für demotiviert-verhaltensauffälligen Ghettojugendchor (angeleitet von ihrem Jugendarbeiter im Jeansgilet, d.h. Rolla), Ölfässer und verstimmtes Klavier, das mit geöffnetem Bauch als Perkussions-Instrument missbraucht wird; dazu Geige, Flöte und Saxofon. Regie: Reto Ambauen.

4 Jugendtheater Willisau: 90 60 90 (2004) *
Zehn Schlagertexte, die einen weiblichen Namen im Titel tragen, werden im Geschlecht verdreht, umgetauft, frisch vertont, von einer Frau gesungen (Eva Heller), von einem Mann gespielt (Rolla), und dann darf überlegt werden: Ist das jetzt noch jugendfrei? Regie: Reto Ambauen.

(3) Jugendtheater Willisau: Johanna! (2002)
Vier Blechbläser trefen auf eine mürrische Göre. Die Bläser spielen "Come As You Are" (Nirvana), das Mädchen singt dazu aber den Choral "Komm süsser Tod" (Bach). Warum das prächtig zusammenpasst, ist bis heute ein Geheimnis. Regie: Simon Ledermann.

(2) Seminartheater Hitzkirch: Andorra (1998) *
Kunstvolle Türglocken- und Hahnenschreiimitationen vom spröden Elektropiano aus, und ein knalliges "Grosser Gott wir loben dich" ist auch dabei. Regie: Peter Huwyler.

1 Eigenproduktion: Le Petit Prince (1997) *
Diplomarbeit am Seminar Hitzkirch: Vertonte Gedichte von Mascha Kaléko und G. B. Fuchs fungieren als Zwischenhalt und Vertiefung, dargeboten von Marianne Steffen (Gesang), Eva Zihlmann (Violine), Esther Wallimann (Flöte) und Rolla (Klavier/Gitarre) - zuweilen singt auch das Ensemble (Barbara Schmid, Simone Schorro, Phil Spichtig). Am Licht sitzt Jonas Brühwiler. "Inszeniert" hat Rolla, aber freilich lediglich im Sinne von "du, das gefällt mir. höchstens vielleicht könntest du das ein wenig lauter sagen, aber gell, nur wenn du willst".